Samstag, 2. Januar 2016

Veröffentlichungen im Spiegel - "Geschichte"

Sie ist Spanierin, spricht aber mit slawischem Akzent. In Valencia traf Detlev Crusius eine alte Frau, deren Familie durch den Spanischen Bürgerkrieg auseinandergerissen wurde. Als Kind kam sie Ende der dreißiger Jahre in die Sowjetunion, wo sie bald ihre Heimat vergaß.


Festnahme um Mitternacht: Wegen angeblicher Lieferungen an eine
libysche Giftgasfabrik wurden 1996 zwei deutsche Unternehmer verhaftet. Detlev Crusius war einer von ihnen. Auf einestages erinnert er sich an harte Monate im Knast und ein überraschendes Urteil.


Bahnfahrten, Bahnfahrten, Bahnfahrten! Seit Detlev Crusius mit seiner Frau durch Russland zur Verwandtschaft reist, ist im klar: „In der Nähe“ heißt in Russland etwas ganz anderes als in Deutschland.


Kriegsversehrte Invaliden, Kinder in Uniform und Feldwebel ohne Munition: Der Ende 1944 einberufene Volkssturm war Hitlers wahnwitziger Versuch, den Vormarsch der übermächtigen Roten Armee aufzuhalten. Der Vater von Detlev Crusius konnte dem Irrsinn entkommen - ganz unerwartet.

Die Kinder machen schon genug Arbeit, wozu noch einen Mann? Als Detlev Crusius in den achtziger Jahren die Sowjetunion besuchte, lernte er einiges über den harten Alltag junger Moskauerinnen - und auch über ihre geheimen Wünsche.


Es ging um Geschäfte, die Ehre und zu viel Wodka: Detlev Crusius lernte vor einigen Jahren die kasachische Gastfreundschaft kennen - und mit ihr die Grenzen seines Körpers. Unverhofft fand er sich auf einem OP-Tisch wieder und blickte dann auch noch einem Hammel tief in die Augen.

 

Kulturschock Russland: Als Detlev Crusius 1988 das erste Mal seinen Fuß auf Moskauer Boden setzte, fand er sich in einer fremden Welt wieder. So hatte er sich den Sozialismus nicht vorgestellt.
 

Marlboro-Zigaretten als Währung und Trinksprüche bis zum Abwinken: Detlev Crusius reiste in den achtziger Jahren mehrmals geschäftlich nach Moskau. Ein stressiger Job - aus unerwarteten Gründen.

 

1959 Seemannsbräuche - Einmal Neptun die Füße lecken

Was droht einem Seemann, der zum ersten Mal um die halbe Welt gefahren ist? Die Taufe. Genauer: die Äquatortaufe. Vor 50 Jahren musste Seemann Detlev Crusius den uralten Brauch über sich ergehen lassen - die Sache mit dem Senf war dabei noch das harmloseste Detail.

 

1953-1957 Im Westen - Abenteuerspielplatz Auffanglager

Blau-weiß-gestreifte Bettwäsche und ein Kaninchenstall als Wohnung: Als Kind lernte Detlev Crusius den Lageralltag von DDR-Flüchtlingen in Westdeutschland kennen. Und eine Freiheit, die er nicht mehr aufgeben wollte. Auch nicht, als er nach Jahren wieder ein eigenes Zimmer hatte.

1953 Flucht aus der DDR - Neues Lager, neues Glück

Als Stalin starb, fasste Familie Crusius ihren Entschluss: Raus aus der DDR. Detlev Crusius war damals elf Jahre alt. Mit der offiziellen Empfehlung seiner Lehrerin reiste er nach Berlin. Doch statt sich die Stalinallee anzusehen, stieg die Familie in eine andere Bahn. 

 

1953 Nachkriegszeit in der DDR - Als Adenauer Maikäfer über den Feldern ausschüttete

Bananen im Holzbein, selbstgebrannter Schnaps und ein Hörgerät im Spülbecken: Die Nachkriegszeit in der DDR war für Detlev Crusius ein Abenteuerspielplatz. Und in der Schule lernte der damals Elfjährige schnell, wie Maikäfer und US-Amerikaner für gute Noten sorgen konnten.

 

1948 Kindheit in der Nachkriegszeit Als Thälmann-Pionier auf Du und Du mit „Iwan“

Als Europa 1948 in Schutt und Asche lag, war Detlev Crusius sechs Jahre alt. Da hatte er bereits eine mehrmonatige Flucht vor der Roten Armee hinter sich. Jetzt plantschte er mit russischen Soldaten im See und bekam einen Haarschnitt erster Güte verpasst.

 

1945-1946 Flucht aus Pommern „Die Brücke hinter uns ist in die Luft geflogen!“

Das Schreien verbrennender Ratten und ein Haufen gebratenen Fleisches, von dem keiner wusste, woher es kam: Detlev Crusius erinnert sich in allen Details an seine Flucht vor der Roten Armee. Auch an den Moment, als seine Familie ihre letzten Habseligkeiten zurückließ.

Russisches Landleben - Im Schatten des Ural

Wölfe im Garten und Bienen in der Sauna: In dem russischen Ort Chornaja am Fuße des Ural scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Detlev Crusius hat das Städtchen besucht - nicht als Tourist, sondern als Schwager.

 

Waffenhandel - Computer für die Giftküche

Deutsche Technologie für eine neue Giftgasfabrik im libyschen Tarhuna hat die Bundesrepublik wieder einmal in Verruf gebracht. Trotz in den letzten Jahren verschärfter Gesetze und Kontrollen ist es noch immer einfach, Zollbestimmungen zu unterlaufen. Versagt hat im Fall Tarhuna auch der Bundesnachrichtendienst.